Wie Du die Scheu vor der Kamera überwindest

Musiker oder gute Speaker haben vor ihren Auftritten immer Lampenfieber. Dadurch sind sie hochmotiviert, maximal konzentriert und geben alles, auf den Punkt. Positive Anspannung ist pure Energie! Das ist ein produktiver Zustand.

Es ist ein Riesen-Unterschied, ob Dich die Angst vor der Kamera lahmlegt oder ob Du vor der Aufnahme positiv aufdrehst. 

5 Hürden, die Dir vielleicht noch im Weg stehen

#1: “Vor der Kamera krieg ich keinen Satz raus.”

REC! Dir wird allein beim Gedanken an das rote Aufnahmelicht schon flau. Es leuchtet, und unter Dir tut sich eine unsichtbare Klappe auf. Dein Kopf ist leer. Blackout.

Hast Du sowas schon erlebt? Der physiologische Zusammenhang ist spannend. Schau Dir mal dieses Video mit Isabel Garcia an.

Wenn Du in der nächsten Stress-Situation tief ausatmest, hast Du die erste Hürde aus dem Weg geräumt. Es ist wirklich so einfach. 

Gegen Kameraangst kannst Du was tun. Auch die anderen Störfaktoren kannst Du ausschalten. 

Für wen es sich lohnt, vor die Kamera zu gehen

Du hättest gerne die Freiheit und die Fähigkeit, Dich im Internet dafür stark zu machen, was Dir wichtig ist. Denn Du bist ein Mensch bist, der andere inspirieren kann und was zu sagen hat.

Alle, die durch ihre Persönlichkeit verkaufen, profitieren von Video. Deshalb zeig am besten noch mehr von davon.  Niemand macht Deine Arbeit so wie Du. Video ist Deine Chance auf einen individuellen Fingerabdruck im Internet. Deine Message soll ins Netz da draußen.

Ob als Freiberufler, Unternehmer, Trainer, Coach oder Berater. Wenn Du mit Marketing,  Vertrieb, Kundenservice oder generell mit Kommunikation zu tun hast, ist das Dein Weg. 

stell dir vor…

  • Du stehst vor der Kamera und fühlst Dich gut beim Aufnehmen.
  • Du sprichst locker und frei.
  • Du bringst Deine Botschaft authentisch vor der Kamera rüber.

… und Du hast sogar Spaß dabei.

#2: “Mir fehlt das Talent.”

“Ich kann das einfach nicht.” “Ich bin nicht der Typ dafür.” “Habs probiert und es war unprofessionell.” “Dafür bin ich nicht gemacht.” “Ich bin viel zu schüchtern.”

Deshalb verschiebst Du den Start auf später.

“Erst brauch ich noch eine bessere Kamera.” “Bald zieh ich mit dem Büro um. Da hab ich eine schöne weisse Wand.” “Ab Freitag hab ich wieder mehr Zeit.”

Hast Du Dich wiedererkannt?

Du willst alles, und zwar sofort. Du achtest nur darauf, was noch nicht stimmt. Du wirfst Dir gerade selbst einen Knüppel zwischen die Beine! Leg die Messlatte nicht zu hoch. Pack sie am besten erst gar nicht aus.

Je perfekter Du sein willst, je ambitionierter Du rangehst, desto schwieriger wird es beim ersten Video. Dann kann es auch schon mal sein, dass Du acht Stunden mit der ersten Aufnahme kämpfst und am Ende komplett mit den Nerven runter bist und alles wieder löschst.

Gib Dir mehr Zeit. Es wird beim ersten Mal nicht perfekt. Später übrigens auch nicht! Das ist völlig normal und geht allen so. Du stehst gerade erst am Anfang.

Warum Du Deine Komfortzone verlassen solltest

Wenn Du starten willst, brauchst Du nur zwei Dinge.

Ein Smartphone. Und die richtige Einstellung.

Frag Dich, ob Du bereit bist für eine echte Entwicklung.

Dafür gehst Du aus Deiner Komfortzone raus, und das kann sich auch mal unangenehm anfühlen.

Momentan sitzt Du noch gemütlich mittendrin. Da fühlst Du Dich wohl, aber es wird keine Entwicklung stattfinden. Du machst keine Videos, niemand sieht Dich, Du wirst niemandem weiterhelfen und alles bleibt wie es ist.

Egal um was es geht. Wenn Du in irgend einer Sache gut bist, dann hast Du vorher was dafür getan. Du hast geübt. Und Du bist auch manchmal gescheitert. Du hast draus gelernt und bist immer sicherer geworden.

Vielleicht gibt es auch Naturtalente. Allerdings habe ich in mehr als 20 Jahren Berufserfahrung noch keine kennengelernt. Ich gehör’ übrigens auch nicht dazu.

Die, die vor der Kamera gut rüberkommen, haben was dafür getan.

Es kommt nicht auf Talent an

!Es kommt drauf an, ob Du dranbleibst.  Ob Du den ersten Schritt machst und dann den zweiten. Ob Du Dich auf den Prozess einlässt.  Du sammelst Du Erfahrung und findest den Stil, der zu Dir passt. Deinen individuellen Weg. Vielleicht machst Du 10 Videos, bis Du ein besseres Gefühl beim Aufnehmen hast. Vielleicht auch nur eins. Das ist ganz unterschiedlich. Auf jeden Fall wirst Du merken, dass es sich schnell leichter und besser anfühlt. Und sogar Spaß macht! Dranbleiben und üben ist die wichtigste Zutat für Deinen Erfolg.

Gehst Du den ersten Schritt?

#3: Die Angst vor negativen Kommentaren

“Was ist, wenn niemand mich mag?” “Was ist, wenn jemand mich beleidigt?”

Du kannst nicht steuern, wer Deine Videos sehen wird. Du gibst die Kontrolle ab, und befürchtest, dass irgendwann der Moment kommt, wo Trolle und Hater ihr Gift über Dir ausschütten. Was dann?

Die Angst vor der Kamera hat meist auch mit der Angst vor hässlichen Kommentaren zu tun. Das ist der Hauptgrund, warum die meisten erst gar kein Risiko eingehen und nie Videos aufnehmen werden. Es ist die Angst vor negativen Kommentaren.

Warum willst Du Videos aufnehmen?

Du möchtest wahrgenommen werden.

Damit Du Deine Reichweite erhöhst und skalieren kannst. Das ist es ja gerade. Neue und bislang unbekannte Menschen sollen sich Deine Videos anschauen. Mit dem Ziel: Dein Publikum soll sich an Dir orientieren. Du möchtest in Deiner Community zum Impulsgeber oder Meinungsmacher werden. Das ist eine exponierte Stellung, mit der Du auch Geld verdienen kannst. Da willst Du doch hin, richtig?

In dem Moment, wo Du sichtbar wirst, machst Du Dich automatisch angreifbar.

Der Preis, den alle zahlen

#4: “Ich find‘ mich im Video schrecklich.”

“Ich weiss nicht warum, ich kann das garnicht anschauen.” “Muss unbedingt zum Frisör.” “Ich hab das Gefühl, das bin nicht ich.” “Meine Güte, wie ich da ausseh‘!” “Bis zum Sommer will ich abnehmen. Danach.” 

Vielleicht hast Du schon Versuche vor der Kamera gestartet und das Ergebnis sofort gelöscht. Diese fremde Person – das bist doch nicht Du?

Normalerweise siehst Du Dich morgens im Badezimmerspiegel oder zwischendurch mal kurz im Schaufenster. Das sind idealisierte Blicke, Du kannst das Ergebnis steuern. Dich vor dem Spiegel so bewegen, dass es mindestens mal akzeptabel aussieht. Du bestimmst einen Ausschnitt und kannst posen, bewusst oder unbewusst.

Realitäts-check: Der Blick auf Dich selbst

Wenn Du Dich nun im Video siehst, ist das eine neue Perspektive. Ungewohnt! So hast Du Dich vorher noch nie gesehen. Du bist entsetzt, nicht nur über Deinen Gesichtsausduck. Siehst Du wirklich so aus? Dein Umfeld findet nichts Schlimmes daran. Was stimmt daran nicht?

Sei nicht zu kritisch. Du hast Dich getraut, ein Video aufzunehmen. Gratulation! Den Mut haben die wenigsten. Das ist das Wichtigste und alleine dafür hast Du Anerkennung und Respekt verdient.

Schau mal aus der Vogelperspektive auf Dein erstes Werk. Neugierig und wertschätzend.

Es gibt einiges, was Dir gefällt, und Du findest Dinge, die Du beim nächsten Mal anders angehen willst. Das kannst Du ganz ruhig und mit Anerkennung feststellen und als Motivation für den nächsten Schritt betrachten.

Das machst du nicht für Dich

Du machst die Videos für Dein Publikum. Ganz egal, ob das nur zwei Leute sind. Alle fangen mal bei Null an. Du machst das, weil Du was kannst, das für andere einen Wert hat. Du kannst anderen weiterhelfen.

Deshalb bist Du mit Deinen Gedanken nicht bei Dir, sondern bei Deinem Publikum. Alles andere blendest Du aus. So machst Du das ja auch beim Telefonieren. Du lässt Dich darauf ein, was gerade an Kommunikation stattfindet, und denkst nicht dran, ob Du auch gut rüberkommst.

Sprich zu Deinem liebsten Kunden

Je konkreter Du Dir vorstellen kannst, zu wem Du sprichst, desto leichter wird es. Denk an Deinen Lieblingskunden oder Deine Lieblingskundin. Ihr mögt und schätzt euch. Euer Verhältnis ist geklärt und etabliert. Das ist eine sichere Bank.

Wenn Du nun auf Aufnahme drückst, sprichst Du zu diesem Kunden. Sei möglichst konkret und gib Deiner Persona einen Namen. Wie heisst er oder sie?

Vieles klärt sich dann von selbst. Du weißt, wie ihr miteinander sprecht. Du oder Sie? Diese Frage stellt sich dann nicht mehr.

Wie Du vor der Kamera gut gestylt bist

Auch bei der Frage nach dem passenden Styling hilft Dir die Vorstellung mit deinem Lieblingskunden weiter.

Zieh an, was Du auch zu einem Kundengespräch anziehst. Such Dir was aus, worin Du Dich gut und sicher fühlst. Im Zweifelsfall gilt: weniger ist mehr, und mit klaren Farben kannst Du nichts falsch machen.  Taste Dich locker ran. Zeig Screenshots Deiner Video-Garderobe mal ein paar Kunden und hol Dir Feedback ein. Dadurch, dass Du drüber sprichst, wird Dein Start in die Video-Welt greifbar.

Kreis mit Deinen Gedanken nicht so sehr um Dich. Wenn die Kamera angeht, denk an Deinen liebsten Kunden.  Wie kannst Du ihm oder ihr am besten weiterhelfen? Wie kannst Du Mehrwert schaffen? Das alleine zählt.

Der Wunsch, anderen zu helfen, ist einer der Hauptgründe  für Erfolg! 

#5: “was soll ich bloss sagen?”

Du hast so viele Ideen im Kopf. Sie kreisen  um Dich herum wie in Hitchcocks “Die Vögel”. Wie bringst Du da Struktur rein? Was sagst Du zuerst, und warum?

Gute inhaltliche Vorbereitung gibt Dir Sicherheit. So bereite ich mich auf eine Aufzeichnung vor.:

Bei mir zuhause liegen überall Notizbücher herum. So kann ich Gedanken sammeln, bevor ich alles sofort wieder vergesse. 

Vor der Aufnahme schreib ich mir die wichtigsten Stichpunkte auf einen Zettel. Dann kann ich mir besser merken, was ich sagen will – das Spickzettelprinzip.

Während ich die Technik klar mache, geh ich nochmal die wichtigsten Argumente im Kopf durch. Wie kann ich meinem Publikum am besten weiterhelfen? Ich stelle mir ein Glas Wasser hin. Mein virtueller liebster Kunde betritt den Raum und ich weiss, wie ich gleich spreche. 

Du willst hier ja ein emotionales Verhältnis aufbauen zu Deinem Publikum. Daraus können später neue Kunden werden und sogar Lieblingskunden. Deshalb kannst Du gleich von Anfang an so sprechen. Das ist auch für Dein Publikum eine gute Orientierung.

Wie ist es denn, mit Dir persönlich in Kontakt zu kommen?

Ein Durchgang zur Probe, und … REC!

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